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Metamorphose

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wachen morgens auf und alles ist anders. Sie fühlen sich ganz anders und bei der Betrachtung im Spiegel blickt Sie ein fremdes Gesicht an. Schlecht geträumt oder zu lange gefeiert meinen Sie? Irrtum - reale Wirklichkeit! Tagtäglich, millionenfach, doch zum Glück nur in der Tier- und Pflanzenwelt. Wirklich nur dort? Da muss man sich die Frage stellen, was bedeutet Metamorphose und wie zeigt sie sich?

Wenn die Kaulquappe zum Frosch wird, oder die Raupe zum Schmetterling, dann vollzieht die Natur geheimnisvolle Gesetze der Verwandlung, von denen wir nur wenig kennen. Insekten, Amphibien, Schalentiere und viele andere Tierarten wandeln in Tagen ihre Gestalt. Aber die Metamorphose zeigt sich auch in Verhaltensänderungen. Die Wanderheuschrecke zum Beispiel ist eine Einzelgängerin. Doch in einer Phase ändert sie dieses Verhalten und verwüstet mit ihren Artgenossinnen ganze Landstriche. Etwas weiß man heute schon, dass Botenstoffe wie das Hormon Serotonin dieses Verhalten steuern.

Da stellt sich natürlich auch die Frage, ist der Mensch ebenfalls einer Metamorphose unterworfen? Gibt es Phasen in denen er sein Verhalten ändert? Mit diesem Thema haben sich schon einige Autoren und Filmemacher beschäftigt. Denken wir nur an Dr. Jekyll und Mr. Hyde, eine Novelle des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson von 1886. Sie erlangte als Horrorfilm große Bedeutung. Oder denken wir nur an Gestalten wie Hulk und Spider-Man. Oder das Märchen vom Froschkönig.

Die Kunst hat sich schon immer mit der Metamorphose beschäftigt. Veränderte Darstellungen des gleichen Kunstobjekts. Mythen, Symbole und Metamorphosen waren schon beliebte Sujets der Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Ohne Zweifel gehören Metamorphosen zum gedanklichen Universum eines Künstlers. Egal, welcher Stilrichtung er angehört. Die Metamorphose wird auch immer ein Stilelement der Kunst sein.





Canal du Midi

100 x 140 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Der Canal du Midi verläuft im Süden Frankreichs von Toulouse zum Mittelmeer und seine ursprüngliche Bezeichnung ist Canal royal en Languedoc. Mit seinen 240 km verläuft er durch eine wunderschöne Landschaft mit Sonnenblumen- und Lavendelfeldern, mit Rebenfeldern und Olivenhainen, mit Obstplantagen und Pappelwäldchen. Aber auch die Orte der Region Languedoc, verschlafene Dörfer und charmante Provinzstädtchen, sind einen Besuch wert.

 

Lavendelfeld am Dorfrand
80 x 80 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Auf irgendeinem Bild sah ich dieses Motiv und schon waren die Erinnerungen da an einen Urlaub in der Provence. Offensichtlich verfügen wir über einen Bildspeicher, der nach bestimmten Bildmerkmalen adressiert werden kann. Und natürlich darf der Lavendel zum Thema nicht fehlen. Jeder, der schon einmal zur Lavendelblüte dort war, weiß um die Verwandlung hin zur völligen Entspannung.



Pappeln am Fluss
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Bei meinem Spaziergang am unteren Lauf der Möhne erinnerte mich ein Gruppe Pappeln an Monets Bild 'Pappeln an der Epte'. Was liegt also näher, als mit den Farben von Monet eine Verwandlung seines Bildes in der eigenen Maltechnik zu versuchen.



Straßentango
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

In Argentinien ist es völlig normal, wenn Menschen auf öffentlichen Plätzen Tango tanzen. Denn er ist ein besonderer Tanz, der Tango Argentino. In einer Metamorphose des Paares kommen Geborgenheit, Sinnlichkeit und Traurigkeit zum Ausdruck. Inzwischen hat er seinen Siegeszug rund um die Welt beendet, der Tango Argentino. Auch bei uns findet man immer mehr Tangoaktionen unter freiem Himmel. Eine wunderbare Möglichkeit sich zu entspannen. Zuschauen oder auch spontan mitzumachen. Oft gibt es für Ungeübte eine kleine Einführung, denn jeder sollte mitmachen können. Später wenn die Paare gehen, sieht man noch ein Lächeln in ihrem Gesicht, denn die Metamorphose wirkt nach.

In meinem Urlaub auf Jersey bekam ich die Anregung zu diesem Motiv und ich malte den ersten Schritt in einer "Nachtaktion". Es war mir wichtig, Konturen und Farben des Paares in einem Prozess zu erstellen. So übertragen sich Harmonie und Impressionen vom Maler auf das Bild. Es sind auch hier wieder die Lichtverhältnisse, die mich ebenfalls interessieren. Die Nähe eines Baumes taucht die Szene in einen Halbschatten und einzelne Sonnenstrahlen werfen ihr Licht wie Spotlights auf den Asphalt.



Olivenhain im Unwetter
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Bei aller Schönheit der Landschaft muss auch sie heftige Unwetter überstehen, die inzwischen immer öfter auftreten. Klimaforscher behaupten, dass der Mensch sich in Zukunft häufiger auf starke Wetterextreme einstellen muss. Hitzewellen und starke Unwetter seien eine Folge der globalen Klimaerwärmung. Besonders betroffen sind dabei die Küstenregionen. Doch auch in den Städten müssen Konsequenzen aus den extremen Wetterlagen gezogen werden. Droht unserem "Paradies" der Kollaps? Was steht am Ende dieser Metamorphose? Sicher ist, schöne Naturschauspiele in Licht und Schatten wird es immer geben, auch in für uns feindlichen Klimabedingungen.
Mit diesem Bild setze ich meine Serie von Olivenbäumen fort. Während noch die letzten Sonnenstrahlen auf die Bäume fallen, zieht im Hintergrund eine dunkelblaue Unwetterfront auf. Windböen spielen bereits mit den Blättern. Ein Szenario, dass es mit den emotionalen Mitteln eines Malers einzufangen gilt.


Obstwiese im Sturm
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Dieses Bild zeigt eine Obstwiese, deren Blüten und Blätter durch einen Sturm bewegt werden. Es gilt also, diese Dynamik im Bild einzufangen.
Die Natur selbst befindet sich in einer ständigen Metamorphose, durch die Klimaänderungen in den Jahreszeiten, und damit verbunden durch Regen, Wind, Sonne und Frost. Wie gewaltig diese Einflüsse sein können, erleben wir bei Naturkatastrophen. Ja, eine kosmische Katastrophe kann sogar ganze Lebensarten auslöschen.

Doch auch weniger dramatisch ist die Natur im ständigen Wechsel mit den Jahreszeiten. Eine Landschaft im Winter hat ganz andere Farben als im Sommer. Auch die Lichtverhältnisse sind ganz andere. Darauf muss sich ein Maler einstellen, wenn er diese Impressionen darstellen will. Daher werde ich mich in dieser Reihe auch einem Wintermotiv zuwenden.

Klatschmohnfeld in der Provence
80 x 80 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Das Bild zeigt ein Klatschmohnfeld in der alpinen Provence. Dort findet man überall diese kleinen Wirtschaftshäuser, die zur Lagerung von Werkzeug und Ernte gedacht sind. Auch wenn der Zahn der Zeit an ihnen nagt, so erfüllen sie doch ihren Zweck.




Olivenbaum im Lilienfeld Version 1
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Olivenbäume kennt jeder, der schon einmal die Gegend um das Mittelmeer bereist hat. Diese knorrigen Gebilde prägen zusammen mit Wein, Feigen und Zitrusfrüchten die mediterrane Landschaft. Die über 150 verschiedenen Olivenarten werden ebenso liebevoll behandelt wie Wein und stehen dem auch preislich nicht nach. Die Olive wird daher auch als das grüne Gold des Südens bezeichnet.

Die Provence ist ein Garten der Sinne. Neben Lavendel, Sonnenblumen und Wein, findet man auch viele andere Blumen. Sie treten dann meist in eine großen Vielzahl auf und vermitteln einen überwältigenden Eindruck.

Das Bild zeigt einen Olivenbaum der inmitten eines Feldes voller violett-blauer Lilien steht.

Olivenbaum im Lilienfeld Version 2
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Dieses Bild male ich jetzt zum zweiten Mal, weil mich die Lichtverhältnisse besonders interessieren. Das Motiv hat sich gewandelt so wie auch die Farben. Die Beschäftigung mit eigenen Motiven und die Wandlung der Darstellung ist auch eine Metamorphose. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet Prozess. Und genau das passiert bei der Entstehung. Ein unumkehrbarer Prozess, der durch viele Faktoren beeinflusst wird, lässt eine neue Darstellung entstehen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Künstler den Prozess für beendet erklärt. Und welcher Künstler kennt das nicht? Phasen in diesem Prozess, in denen das Werk eine besondere Ausstrahlung besitzt. Phasen, in denen er zaudert an dem Werk weiter zu arbeiten. Phasen, in denen er sich fragt, ist dieser Zustand das erreichte Ziel? Und gerade in einer Metamorphose muss er die Änderung zulassen.



Olivenbaum im Lilienfeld Version 3
100 x 100 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Bei der dritten Version habe ich die Lichtwirkung verstärkt. Hier fällt nicht nur das Sonnenlicht fällt durch das Blattwerk, sondern es kommt auch die warme Luft so stärker zum Ausdruck.

In allen drei Versionen werden die Lilien durch andere Strukturen dargestellt. In der Version 2 habe ich den Baum etwas zurückgesetzt. Doch ich bin wieder in die ursprüngliche Darstellung zurückgegangen, weil der Baum einfach alles ist in dem Bild. Besonders die Lichtverhältnisse um ihn herum haben es mir angetan.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass Olivenbäume zu meinen Lieblingsmotiven gehören. Diese Bewunderung teile ich mit Vincent van Gogh, der in einem Brief an seinen Bruder schrieb: Die Ölbäume sind sehr charakteristisch, und ich gebe mir große Mühe, das einzufangen. Es ist Silber, das mal ins Blaue, mal ins Grüne spielt, bronzefarben und beinah weiß auf gelbem, rosa, violettem oder orange Boden, der bis zum stumpfen Ocker geht ... Eines Tages mache ich vielleicht etwas ganz Persönliches daraus, wie ich es mit den Sonnenblumen für die gelben Töne gemacht habe.


 

Obstwiese in der Abendsonne
80 x 80 cm Keilrahmen
Öl auf Leinwand

Wie man leicht erkennen kann, hat mich zu diesem Bild Claude Monets: Apfelbäume in Blüte, inspiriert. Nur findet ich den Berg im Hintergrund zu bedrückend. So habe ich meiner Landschaft die Weite des Himmels geschenkt. Die Abendsonne gibt der Szene einen goldenen Glanz.

Ein wichtiger Anreiz für einen Künstler ist die Kunst selbst. Werke anderer Künstler geben Anreiz für eine eigene Beschäftigung mit dem Objekt, dem Motiv oder welcher Einfluss auch immer dahinter steht. In der Betrachtung werden Impressionen frei, die zu eigenem Schaffen anregen. Ein Prozess der Metamorphose. Der Besuch von Ausstellungen ist daher ein wichtiger Aspekt des eignen künstlerischen Werdegangs.

Ein wichtiges Element unserer Gesellschaft ist die Kunsterziehung, die als Ziel und Anregung die Gestaltung eines kreatives Lebens hat. Sie beinhaltet auch die Achtsamkeit und Toleranz gegenüber jeder Form von Schaffen. Kunstwerke sind schließlich elementare Bestandteile jeder menschlichen Kultur.

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© Harald Nahrstedt
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Stand: 17.08.17