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Seele & Existenz

Aus meiner Lyrikrezitation zur Ausstellung Seele am 5. und 6.11.2011.


Format DIN A2
Die ewige Frage nach der Existenz einer Seele, oder wie wir immer das nennen wollen, das unsere immaterielle Existenz ausmacht, ist so alt wie die Menschheit selbst. Je nach mysthischer, religiöser, philosophischer oder psychologischer Betrachtungsweise, gibt es darauf die unterschiedlichsten Antworten. In vielen davon wird die Seele als eine körperlose Existenzform betrachtet, die unsterblich ist, mehr oder weniger aber für die Zeit eines Lebens an die körperliche Existenz gebunden ist und diese beeinflusst. Und genauso lange wie sie glaubt, forscht die Menschheit nach deren Existenz. Mit meditativen, okkulten oder auch wissenschaftlichen Methoden. Die Beschreibung von Nahtoderfahrungen und die Zurückführung in Trance in andere Leben sind ebensolche Ansätze. Wiedergeburtsphänomene und parapsychologische Erscheinungen andere.

Nehmen wir für einen Augenblick nur mal an, wir wüssten von der Existenz der Seele. Sagen wir mal als eine noch bisher unbekannte Energieform und damit unsterblich. Für die Zeit eines Lebens an den menschlichen Körper gebunden. Es gibt Menschen, die dies als bedrohlich empfinden. Rechnen sie doch damit, dass damit jeder einen Selbsttod wählen würde, der mit seinem jetzigen Leben nicht einverstanden wäre. Aber hätte er damit Anspruch auf ein besseres Leben? Wohl nicht. Und weil es auch ein vergleichbar schlechteres sein könnte, sollte ihn dies eher abhalten. Und dann ist da noch der Sinn über die Existenz der Seele. Mit dem auch Begriffe Ethik einhergeht. Der Beeinflussung des menschlichen Handels durch seine Seele.

Was aber wäre Wissen über die Existenz für alle Schwerkranken und Sterbenden. Würde es ihnen nicht eine große Last abnehmen. Und erst die Hinterbliebenen. Wäre es nicht auch für sie eine Erleichterung. Viele Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten davon, wie sich ihr Leben und die Einstellung zum Tod geändert haben. Nicht einer davon hat deshalb den Freitod gewählt, auch wenn sie von einem Sehnen nach diesem Zustand berichten.

Ob wir nun die Existenz der Seele anzweifeln oder sie bejahen, so sehe ich keinen Nachteil darin, nach ihrer Existenz zu forschen. Wären wir auf dem Wissen von vor tausenden von Jahren stehen geblieben, sähe unsere Welt heute anders aus. Doch es liegt nun mal am Wesen der Evolution, dass eine Entwicklung vom Einfachen zum Komplexen stattfindet. Das Wahrnehmung und Vernunft aus molekularen Verbindungen entstanden sind. Der Mensch hat sogar den Schritt von einem überlebensdienlichen Verhalten hin zur Evolution der Ethik und des Geistes getan. Selbst wenn die Menschheit nicht in der Lage sein sollte, ihre Vernunft der Entwicklung anzupassen und sich eines Tages selbst zerstören sollte. Oder gar ein kosmisches Ereignis die Menschheit auf der Erde auslöscht. Die Evolution ist ein ewiger Prozess in der auch die Existenzform der Seelen, wenn es sie denn gibt, ihren Platz hat.

In der Lyrik war die Seele schon immer ein zentrales Element der Dichtung. Joseph Freiherr von Eichendorf verfasste in seinem stark von Gewalt geprägten Leben, Gedichte als seelischen Gegenpol zum Militärwesen. Sein Gedicht „Mondnacht“ legt davon Zeugnis ab.
 

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Stand: 09.06.14